07.09.2010 16:55 Uhr

20.04.2010 | Aktuelles, Personalien, Uni Berlin (HU)

Jan-Hendrik Olbertz neuer Präsident der HU Berlin

Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister von Sachsen-Anhalt, wurde heute Morgen mit überwältigender Mehrheit vom Konzil zum neuen Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin gewählt. Seine Amtszeit beträgt zunächst fünf Jahre. “Ich danke sehr für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen und die überwältigende Mehrheit der Stimmen. Auf diesem Grundstein kann ich aufbauen. Diese Aufgabe reizt mich außerordentlich, ich werde sie mit großer Freude und Ernst wahrnehmen. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mir zutrauen und vertrauen, die anstehenden Aufgaben der Universität gemeinsam mit allen Mitgliedern in Angriff zu nehmen”, sagte Olbertz im Anschluss an die Wahl.

Der 55-jährige Olbertz folgt dem amtierenden Präsidenten Prof. Dr. Dr. h. c. Christoph Markschies, der bereits im September 2009 angekündigt hatte, zu Gunsten seiner wissenschaftlichen Tätigkeiten als Lehrstuhlinhaber für Ältere Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität nicht wieder zu kandidieren. “Ich gratuliere Jan-Hendrik Olbertz ganz herzlich und freue mich außerordentlich, dass die Humboldt-Universität in ihm einen so kompetenten Nachfolger für das Präsidentenamt gefunden hat. Auf Herrn Olbertz wartet eine spannende Amtszeit, in der es große Herausforderungen zu meistern gilt”, sagte Markschies nach Bekanntwerden des Wahlergebnisses.

Gemeinsam gaben beide in einer anschließenden Pressekonferenz bekannt, dass sich Amtsinhaber Christoph Markschies dazu entschlossen hat, bereits zwei Monate vor Ablauf seiner Amtsperiode das Präsidentenamt für seinen Nachfolger zur Verfügung zu stellen. Die Amtsübergabe wird demnach zur Eröffnung des Akademischen Jahres 2010/2011 am 18. Oktober 2010 stattfinden. Damit wird die Humboldt-Universität zu Berlin mit Beginn des Wintersemesters von einem neuen Präsidenten geleitet.

Hierdurch will Markschies seinem Nachfolger die Möglichkeit geben, sich optimal in die Erarbeitung des Antrags der Humboldt-Universität zur dritten Förderlinie der Exzellenz-Initiative von Bund und Ländern (Zukunftskonzepte) einzubringen. Im Hinblick auf diese erste Herausforderung kündigte Olbertz bereits an, neuen Formen der Wissenschaftsorganisation auch schnell adäquate Konzepte der Nachwuchsförderung und der akademischen Lehre folgen zu lassen. “Dies wird gerade für die dritte Förderlinie ein entscheidendes Kriterium sein”, so Olbertz.
Die Voranträge zur Exzellenzinitiative, die bereits im September 2010 eingereicht werden müssen, werden sowohl vom amtierenden HU-Präsidenten Markschies, als auch von seinem Nachfolger unterzeichnet.

Neben der Exzellenzinitiative sieht Olbertz den Universalitätsanspruch der Bildung als eine Kernaufgabe der Universität an. Deshalb gelte es, alle Potenziale des akademischen Nachwuchses zu fördern, was neben der Durchsetzung von Geschlechtergerechtigkeit auch einschließe, Kindern aus bildungsfernen Schichten oder jungen Menschen mit Migrationshintergrund deutlich mehr Aufmerksamkeit und Förderung zuteil werden zu lassen. “Die Humboldt-Universität ist für diese Aufgabe prädestiniert und kann in naher Zukunft eine Schlüsselfunktion übernehmen.”

Jan-Hendrik Olbertz wurde am 2. Oktober 1954 in Berlin geboren und ist in Rostock aufgewachsen. Vor seinem Lehramtsstudium 1974 bis 1978 in den Fächern Deutsch und Musik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg arbeitete er als Horterzieher. Es folgte ein Forschungsstudium der Erziehungswissenschaft, das er 1981 mit der Promotion zum Dr. paed. mit der Arbeit „Über den Zusammenhang von Studienmoral und studentischer Selbsttätigkeit – eine hochschulpädagogische Untersuchung“ beendete. 1989 habilitierte sich Olbertz mit der Arbeit „Akademisches Ethos und Hochschulpädagogik – eine Studie zu interdisziplinären theoretischen Grundlagen der moralischen Erziehung an der Hochschule“. 1992 wurde er zum Professor für Erziehungswissenschaft an der Universität Halle-Wittenberg berufen. Jan-Hendrik Olbertz ist verheiratet und hat drei Töchter. 2002 wurde er Kultusminister des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, seit 2005 ist er Mitglied im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentages. (HU Berlin)

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